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Rasseporträt: Leutstettener Pferd
Die letzten Königskinder
In Leutstetten, nahe dem Starnberger See, grasen sie noch: die letzten Königskinder. Rittige, nervenstarke Pferde mit Wurzeln in der ungarischen Kavalleriezucht. Das königliche Gestüt ist zwar Geschichte – doch sein Erbe lebt weiter.
Foto: Linn Oehmig
Es war einmal… – so könnte die Geschichte der Leutstettener Pferde bald beginnen. Sie führt zurück in die Blütezeit ungarischer Pferdezucht – nach Sárvár, einem Städtchen westlich von Budapest, nahe der österreichischen Grenze. Dort wurden einst, im Königlich Bayerischen Privatgestüt, Pferde für das Königshaus, die Offiziere und den Marstall in München gezüchtet – und ihre Ahnentafeln erzählen eine lückenlose Geschichte seit den Anfängen des 19. Jahrhunderts. Was wie ein Märchen klingt, erzählt aber auch von Krieg, Flucht – und dem drohenden Aussterben einer besonderen Pferderasse. Heute, fast 600 Kilometer westlich, grasen in Leutstetten noch einige Nachfahren: meist braune Pferde mit wenigen Abzeichen, menschenbezogen, nervenstark, rittig. Sie sind mehr als ein Restbestand – das Leutstettener Pferd ist lebendiges Kulturgut und ein klar definierter Genpool.
Sárvárer oder Leutstettener?
„Sárvárer“ und „Leutstettener“ sind in erster Linie Herkunftsbezeichnungen. Sie bezeichnen Pferde, die ursprünglich im ungarischen Gestüt Sárvár und später im bayerischen Gestüt Leutstetten gezüchtet wurden. Seither ist die Rasse in Deutschland als Leutstettener Pferd bekannt und wird im Bayerischen Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialrassen geführt.
Was bisher geschah
„Mein Großvater hatte ein Gut in Ungarn.“ So begann Prinz Ludwig von Bayern seine Erzählung, als ich ihn vor über dreißig Jahren in Leutstetten traf. Stolz zeigte er seine Pferde auf den weitläufigen hügeligen Weiden: Mutterstuten, Fohlen, Jungpferde. Im Hengststall standen die beiden Deckhengste: Meteorit xx, der verletzungsbedingt seine Rennkarriere frühzeitig beenden musste, neben dem bewährten Haljad I – ihre weiß-blau umrandeten Namensschilder zierten kleine Messingkronen. Im Schloss schlug der Prinz schwere, ledergebundene Stutbücher auf – diese Schätze alter Handwerkskunst schützten handgeschriebene Pedigrees, akribisch geführt seit 1826. Er sprach über Aufzucht und Ausbildung, über Erfolge – aber auch über Flucht und Verlust. Hin und wieder blitzte Zorn auf: Die moderne Pferdehaltung in Deutschland – mit den „Garagen- und Obstgartenpferden“, wie er sie nannte – widersprach seiner Philosophie. Heute ahnt man beim Besuch des westungarischen Sárvár kaum, dass hier vor 150 Jahren ein bedeutendes Wittelsbacher Gestüt lag. 1875 kam es als Mitgift von Marie Therese, Ehefrau des späteren Königs Ludwig III. – dem Großvater von Prinz Ludwig – in den Besitz der bayerischen Königsfamilie. Ludwig III., passionierter Landwirt – im Volk spöttisch „Millibauer“ genannt – betrieb in Sárvár neben Milchvieh und Käserei auch Pferdezucht. Die Sárvárer Pferde waren Kavalleriepferde, die auch als leichte Wagenpferde taugten: einheitlich im Typ, farblich aufeinander abgestimmt, schnell und bequem über lange Strecken zu reiten. Sie galten als hart und ausdauernd. 1892 bewältigten sie beispielsweise den legendären Wien–Berlin-Ritt, knapp 600 Kilometer in sechs Tagen. Unter Gestütsleiter Major Otto Byschl entwickelte sich Sárvár ab 1887, eng vernetzt mit dem Staatsgestüt Bábolna, zu einem anerkannten Zuchtstandort. Hengste der Linien Furioso und North Star prägten den Bestand; beide standen im Hauptgestüt Mezőhegyes. Zunächst rein gezogen, später kombiniert, entstand daraus die Rasse Furioso–North Star, die bereits um 1900 als leistungsfähiger Reitpferdetyp galt. Als Herkunfts- und Besitzzeichen trugen die Sárvárer ein S mit einer Krone als Brand. „Unser gesamter Bestand geht auf zwei Mutterstuten zurück“, erklärte Prinz Ludwig damals. Gemeint sind Helena, die 1828 nach Sárvár kam, und Bogar – auf diese beiden Stuten lassen sich alle späteren Sárvárer und Leutstettener Pferde zurückführen. Fruchtbare, langlebige Stuten ermöglichten in Ungarn eine strenge Selektion. Das Ergebnis: leistungsbereite Pferde, unaufgeregt im Alltag, verlässlich im Einsatz – und eines Tages, der sollte bald kommen, stark genug für eine Flucht.
Auf der roten Liste
Das Leutstettener Pferd wird seit 2004 auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) in der Kategorie I – extrem gefährdet – geführt.
Selten, vielseitig, erhaltenswert – das Leutstettener Pferd. Foto: Linn Oehmig
Flucht und Neubeginn
Als das Ende des Zweiten Weltkriegs näher rückte und die Fronten nach Westen vorstießen, wurde Sárvár zu einem unsicheren Ort – auch für das Gestüt. Die sowjetische Armee stand kurz vor dem Einmarsch. In dieser Lage entschied sich Prinz Ludwig zur Flucht: Rund 40 Pferde wurden verladen und per Eisenbahn Richtung Westen gebracht.
Nicht alle überlebten, und ein North-Star-Hengst sowie weitere Tiere fielen den sowjetischen Truppen in die Hände; ihre Spuren verlieren sich in Ungarn und der Ukraine. Prinz Ludwig selbst verließ Sárvár nicht mit dem Zug. Im Schutz der Dunkelheit, mitten im Chaos der letzten Kriegstage, machte er sich mit Familienangehörigen und Bediensteten in Gespannen auf den Weg nach Bayern. Auf die Frage, was aus den zurückgebliebenen Pferden wurde, folgten schmerzliche Erinnerungen: „Die Bauern spannten Jährlinge vor den Pflug und die Russen haben kurzen Prozess gemacht: Jedes Tier, das nicht schwer ziehen konnte, wurde auf der Stelle erschossen.“ Berichten zufolge erreichte der Treck nach drei Wochen fast vollständig Leutstetten. Das Schlossgut am Starnberger See war seit 1875 Wittelsbacher Besitz, im Krieg jedoch enteignet worden. Nach dem Rückkauf 1946/47 fanden Pferde und Menschen hier eine neue Heimat. Für die Pferde – und für die Menschen, die mit ihnen geflohen waren – begann in Bayern ein neues Kapitel.
Irmgard Neumair-Klaas, seit 35 Jahren in Leutstetten – einst enge Mitarbeiterin von Prinz Ludwig. Foto: Sabine Heüveldop
Typisch Leutstettener: Einheitliche Gruppen auf der Weide, bevorzugt Braune mit wenig Abzeichen. Foto: Linn Oehmig
Das Leutstettener Pferd ist erhaltenswert, weil …
… es zum bayerischen Kulturgut gehört und der Leutstettener eine unglaublich vielseitige Rasse ist, die für die ganze Familie steht. Beatrice Große-Freese, Zuchtleiterin … es als Reitpferd durch seinen feinen, angenehmen Charakter, Härte, Gesundheit und Ausdauer begeistert. Imgard Neumair-Klaas, Gestütsleiterin … die Historie den kleinen Bestand besonders wertvoll macht: Seit rund 200 Jahren wird sorgfältig durchgezüchtet; eine Besonderheit liegt in der lückenlosen Stutbuchführung. Julia Enz, Tierärztin … es der ideale Partner für Menschen mit Pferdeverstand ist: intelligent, menschenbezogen, genügsam, robust und leistungsbereit – und es ist als Genpool wichtig für die Hochleistungs-Sportpferdezucht. Friedhelm Danscheid, Jagdreiter
Meteorit xx (geb. 1977, v. Luciano xx a.d. Medinilla v. Orsini xx) – 1982 von Prinz Ludwig erworben und als Vollbluthengst in der Leutstettener Zucht eingesetzt. Er wirkte bis zu seinem Tod über 20 Jahren in Leutstetten und hinterließ elegante, korrekte und leistungsbereite Pferde. Fotos (3): Sabine Heüveldop
Haljad I (geb. 1968, v. Hon I a.d. Haljad v. Peldas) hinterließ zahlreiche Nachkommen in Leutstetten.
Neue Aufgaben
Die Pferde, einst in Sárvár für die Kavallerie gezüchtet, fanden in Bayern neue Aufgaben – und nach und nach auch Anerkennung. Prinz Ludwig hielt an seiner Überzeugung fest – unbeeindruckt von Trends der modernen Sportpferdezucht. „Die Menschen werden wieder froh sein, wenn sie Pferde haben, die ihnen in Notzeiten einen Wagen ziehen“, sagte er, wie sich Gestütsleiterin Irmgard Neumair-Klaas erinnert. Daher habe er sich in der Zucht nie der Mode unterworfen, „sondern hat versucht, die Pferdezucht in Leutstetten so weiterzuführen, wie seine Eltern in Ungarn – und aus den Sárvárern wurden die Leutstettener Pferde.“ Bis heute bekommen sie ungarische Namen. Hengstfohlen tragen den Namen der Mutter mit fortlaufender Nummer, Stutfohlen einen neuen Namen mit dem Anfangsbuchstaben der Mutter. Sie bewährten sich in der Dressur, im Fahrsport und vor allem im Gelände. „Die Grundausbildung wurde nach Anweisung von Prinz Ludwig vorwiegend im Gelände durchgeführt“, sagt Irmgard Neumair-Klaas, die für die Ausbildung zuständig war. Sein Credo: „Das Gekringel in der Reitbahn macht die jungen Pferde kaputt.“ Ebenso wichtig sei ihm das Fahren gewesen: Nach seinen Erfahrungen sei das die wichtigste Charakterprüfung. Sportliche Erfolge, nicht zuletzt durch die Gespanne, die Prinz Ludwig zwischen 1947 und 1950 in Aachen, München und Landshut vorstellte, stärkten den Ruf der Leutstettener Pferde.
CHIO Aachen 1950: Prinz Ludwig von Bayern, Dressurprüfung für Gespanne. Foto: Archiv CHIO Aachen
Blütezeit
Legendär wurden die Jagden ab den 1950er-Jahren: Am Hubertustag ritten bis zu hundert Teilnehmer durch das anspruchsvolle Gelände am Starnberger See – mit Kiesgruben, langen Galoppstrecken und Flussquerungen. Jeder junge Leutstettener musste hier bestehen. Bis heute schätzen Jagdreiter die Qualitäten der Leutstettener. Friedhelm Danscheid nahm mit seinem Hengst Szikla – einem in Ungarn geborenen Furioso–North-Star-Sohn – an rund 150 Schleppjagden teil.
Geritten, gefahren, gekört – Szikla ist ein hoch intelligenter, zäher und ausdauernder Allrounder, „und immer brav“, so Danscheid. Selbst nach langen Jagden sei er am nächsten Tag frisch gewesen. Auch Irmgard Neumair-Klaas kennt diese Ausdauer: „Früher, als ich noch viele, auch schwere Jagden ritt, gab es nie Probleme mit Gelände, Hindernissen oder mit der Kondition. Auch nach einem 110-Kilometer-Distanzritt war nur ich erschöpft – nicht mein Pferd.“ Die Jahrzehnte nach der Ankunft waren die Blütejahre in Leutstetten: In den 1950er- bis 1970er-Jahren gab es stabile Herden mit über 20 Pferden, mehrere Zuchtstuten und Hengste sowie regelmäßige Fohlenjahrgänge. Einheitliche Gruppen prägten das Bild auf den Weiden, im Jagd- und Turniersport waren die Pferde präsent. Doch bald stand die Zucht erneut vor großen Herausforderungen.
Der Umbruch
In den Jahrzehnten nach der Flucht blieb die Zucht in Leutstetten weitgehend auf sich gestellt. Der Kontakt in die Ostblockstaaten war lange kaum möglich. „Die strenge Selektion wie früher war nicht mehr machbar, und es gab kaum Gelegenheit, Zuchtmaterial auszutauschen“, erläutert Irmgard Neumair-Klaas, die seit mehr als 35 Jahren in Leutstetten ist und jede Abstammung kennt – was andere nachschlagen, weiß sie aus dem Kopf. 1980 kam die erste Zäsur: Einer Anfrage des ungarischen Staates folgend gingen ca. 40 Pferde – Stuten und zwei gekörte Hengste – nach Pusztabereny am Balaton. Sie sollten helfen, die ursprüngliche Furioso-North-Star- Zucht wieder aufzubauen. Denn die Furioso-North- Star-Zucht in Ungarn hatte gelitten und nach dem Krieg keine solide Basis mehr. „Heute werden die Sárvárer-Leutstettener Pferde als integraler Bestandteil der Furioso- North-Star-Zucht Ungarns gepflegt und stellen hohe Blutanteile innerhalb der Rasse“, weiß Tierärztin Julia Enz. Der Bestand in Leutstetten hatte sich dadurch in etwa halbiert. Schon zu Lebzeiten von Prinz Ludwig († 2008) zeichnete sich ab: Sein Sohn, Prinz Luitpold von Bayern, würde den Gestütsbetrieb nicht in der bestehenden Form weiterführen. 2006 wurde das Gestüt formell aufgelöst – auch aus wirtschaftlichen Gründen, wie Prinz Luitpold später gegenüber der Süddeutschen Zeitung anmerkte. Die meisten Stuten gingen mit Schutzvertrag an interessierte Züchter, Jungpferde wurden günstig verkauft. Irmgard Neumair-Klaas blieb und kümmert sich bis heute um die verbliebenen Pferde.
Szikla im Einspänner. Der gekörte Hengst hat einige Nachkommen bei den Leutstettener Pferden. Foto: privat
Friedhelm Danscheid mit Szikla, Furioso– North-Star-Hengst aus Ungarn – Allrounder für Jagden, Dressur und auch als Lehrpferd für den Nachwuchs verlässlich. Foto: privat
Steckbrief: Das Leutstettener Pferd
Typ: Edles, trockenes, belastbares und ausdauerndes Reitpferd
Stockmaß: ca. 158-165 cm
Farbe: Vorwiegend Braune mit wenig Abzeichen, seltener Rappen, Füchse oder Schimmel
Gebäude:
Kopf: edel, breit, ausdrucksvoll, gefällig
Hals: gut angesetzt, leicht im Genick
Körper: harmonisch, mit gut bemuskelter Kruppe
Fundament: kräftig, stabil und trocken; gut ausgeprägte Gelenke, korrekt gestellt, kurze Röhrbeine
Bewegung: Taktrein, raumgreifend, schwungvoll, mit genügend Schub aus der Hinterhand
Besondere Merkmale: Anständig, sensibel, freundlich, menschenbezogen; ausgezeichnetes Temperament
Einsatzmöglichkeiten: Für alle Sparten der Pferdenutzung geeignet. Schwerpunkt auf Eignung als ausdauerndes, leistungsbereites, sehr trittsicheres und bequem zu sitzendes Reitpferd – ursprünglich gezüchtet als Offizierspferd für sehr lange Ritte.
Foto: Linn Oehmig
Leutstettener Pferd – quo vadis?
Die Leutstettener Pferde werden beim Bayerischen Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen geführt. „Aktuell sind 19 Stuten sowie zwei Hengste eingetragen – ein Leutstettener Hengst und ein Furioso– North-Star-Veredler“, berichtet Zuchtleiterin Beatrice Große-Freese. Eintragungskriterium für ein Leutstettener Pferd ist die lückenlose Zugehörigkeit zu einer der sieben originalen Stutenfamilien (Erkennbar an der Benennung; Anfangsbuchstaben der Namen: H, I, N, L, P, Gy, Cs). Sie gehen direkt auf die beiden Gründerstuten Helena und Bogar zurück; eine ursprünglich dritte Linie ist ausgestorben. Das Zuchtbuch ist für ausgewählte
Hengste geöffnet – zugelassen sind außer Hengsten aus Leutstettener Müttern Furioso-North Star, Englisches Vollblut, Shagya-Araber, Anglo-Araber, Gidran und Nonius. „Der Leutstettener ist kein hochmodernes Sportpferd für den Spitzensport, aber eine bodenständige Rasse mit solidem Fundament – optimal für tägliche Dressurarbeit, den Fahrsport und als vielseitiger Freizeitpartner“, fasst die Zuchtleiterin zusammen. Aus ihrer Sicht wird die Zucht des Leutstettener Pferdes vermutlich eine Erhaltungszucht bleiben. Der Genpool in Deutschland sei sehr klein und teils eng verwandt.
Existenzkampf
Die Population in Deutschland liegt deutlich unter der von der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) empfohlenen Mindestgröße von 50 fortpflanzungsfähigen Tieren. Um die Population zu vergrößern, braucht es in Zukunft vor allem eines: mehr Fohlen. „Durch gezielte Projekte und finanzielle Unterstützung wollen wir Züchter motivieren, die Rasse zu stärken“, sagt Beatrice Große-Freese. Unterstützt wird diese Arbeit durch den 2008 gegründeten Förderverein zum Erhalt des Leutstettener Pferdes e. V. Reimporte, der gezielte Einsatz passender Hengste aus dem Ausland und die Nutzung moderner Techniken in der tiermedizinischen Reproduktion könnten der Population neuen Schwung geben. „Durch Tiefgefrierkonservierung von Hengstsperma und Embryonen konnte in den vergangenen Jahren eine Genreserve angelegt werden“, erklärt dazu Julia Enz. Die genetische Vielfalt, so die Tierärztin, kann heute nur im Verbund mit Partnerländern erhalten werden – Leutstettener und ungarische Sárvárer bilden faktisch eine gemeinsame Population. Sie pflegt Kontakte zu Züchtern in Ungarn und der Slowakei. Durch Reimporte aus Ungarn und der Slowakei ist es gelungen, in Deutschland verlorene Stutenfamilien wieder zu beleben. Stuten aus der N-, Cs- und P-Familie konnten importiert werden und haben bereits Nachkommen in Deutschland. Doch die Herausforderungen bleiben groß: „Um die Rasse zu erhalten, müssen wir trotz Sprachbarrieren Kontakte pflegen, die Pferde regelmäßig bei Körungen, Zuchtschauen und Gestütsbesuchen sichten, uns in Zuchtprogramme und Pedigrees einarbeiten – und die entsprechenden Tiere gezielt in die richtigen Hände vermitteln“, fasst Julia Enz zusammen. Was als Königlich Bayerisches Privatgestüt in Ungarn begann, lebt heute in einem internationalen Netzwerk weiter – getragen von wenigen privaten Züchtern, die keine romantische Rückwärtsgewandtheit betreiben, sondern die Geschichte weiterschreiben. Sie sichern die Zukunft – für die Königskinder von morgen.
Sabine Heüveldop
Jedes Fohlen zählt – die Leutstettener sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste gefährdeter Haustierrassen. Fotos (2): Linn Oehmig
Durch den Reimport aus der Slowakei konnte die „N-Familie“ wieder in Deutschland etabliert werden – im Bild Stute Napja mit Stutfohlen.
Förderverein
Gegründet im Herbst 2008 aus einer Interessengemeinschaft engagierter Züchter, setzt sich der Förderverein zur Erhaltung des Leutstettener Pferdes e. V. für den Fortbestand der Rasse ein. Er arbeitet eng mit dem Bayerischen Zuchtverband, der GEH sowie privaten Züchtern in Deutschland und Ungarn zusammen.
Ziele & Aufgaben:
- Erhalt und Förderung der Rasse
- Zuchtberatung
- Vernetzung der Züchter in Deutschland und Ungarn
- Öffentlichkeitsarbeit
- Kooperation mit dem Bayerischen Zuchtverband für Klein- und Spezialpferderassen
Infos & Kontakt: www.leutstettener-pferd.de
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