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Pferd & Mensch, das Magazin für Pferdesport Deutschland
Ausgabe 09/2026
Editorial
Liebe Leser, liebe Clubmitglieder,
die Ausbildung junger Pferde ist ein Thema, das immer wieder heiß diskutiert wird. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit der Ausbildung zu starten? Ist dieses zu früh, jenes zu spät? Und überhaupt: Wie viel Training darf es sein fürs junge Pferd und wie sollte es gestaltet werden? Was fördert die Gesundheit und steht mit dem Pferdewohl im Einklang?
Fragen über Fragen, deren Antworten im Detail sicher Zeit brauchen. Und doch gibt es gewisse Quintessenzen: Reell geht nicht schnell. Planvoll, dabei individuell mit Augenmaß, Erfahrung und Gefühl sollte es sein. Spannend: Studien legen nahe, dass sich ein früher Ausbildungsbeginn positiv auf die Gesundheit und Dauer der sportlichen Laufbahn auswirkt. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass dem jungen Pferd ausreichend freie Bewegung ermöglicht wird und Trainingshäufigkeit sowie Trainingsintensität konsequent an sein Alter und den individuellen Entwicklungsstand angepasst werden. Bestes Beispiel dafür: Chipmunk FRH. Im zarten Alter von 5 Jahren mit Julia Krajewski bereits Bundeschampion geworden, hat er eine Traumkarriere hingelegt. Olympiasieger 2024, zweimal das Fünf-Sterne- Event in Kentucky gewonnen, weitere Titel und Medaillen in Team und Einzel bei Championaten und nun, im stolzen Alter von 18 Jahren, noch einmal Einzel-Weltmeister mit Michael Jung. Sich dabei so frisch und energiegeladen präsentiert – so etwas kann gelingen, wenn ideale Voraussetzungen auf tolles Management treffen.
Darum, die besten Startchancen zu bieten, geht es auch in der Jungpferdeaufzucht. Denn bereits dann, wenn die Ausbildung noch in weiter Ferne liegt, werden die Grundlagen für ein langes und gesundes Pferdeleben gelegt. Die Aufzuchtbedingungen prägen ein Pferd maßgeblich. Bewegung, Sozialkontakte, hochwertiges Futter und gute Pflege sind entscheidend, damit aus dem Fohlen und Jungpferd ein gesundes, gelassenes Reitpferd wird. Zu beiden Themen, der Jungpferdeausbildung sowie der Jungpferdeaufzucht, finden Sie in dieser Ausgabe tiefergehende Informationen mit Stimmen und Tipps von Experten aus Praxis, Tiermedizin und Wissenschaft. Mit eindrucksvollen Emotionen in Bild und Text blicken wir außerdem zurück auf die WM Aachen und sagen Danke allen Beteiligten: den Pferden und Athleten, dem Team hinter dem Team, der Stadt Aachen und natürlich Ihnen und uns, den Fans. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Blättern und Lesen.
Herzliche Grüße
Dr. Henrike Lagershausen
Leiterin des Teams Veterinärmedizin und Tierschutz
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