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Gesundheit kompakt
Gelenkchips
Foto: Frank Sorge
Kleine, abgesplitterte Knorpel- oder Knochenstücke in Gelenken werden umgangssprachlich als „Chips“ bezeichnet. Dabei handelt es sich offiziell im medizinischen Fachjargon um „Osteochondrosis dissecans“, abgekürzt OCD. Eine Störung des wachsenden Knorpels führt dazu, dass sich kleine Fragmente von der Gelenksfläche lösen, und im Gelenk verknöchern.
Ursachenforschung
Besonders häufig sind Sprunggelenk, Fesselgelenk, Kniegelenk und Hufgelenk von Chips betroffen. Die möglichen Ursachen sind vielfältig. So können beispielsweise Umweltfaktoren – vor allem im Fohlen- und Jungpferdealter – die Gelenkentwicklung stören, aber auch genetische Faktoren ursächlich sein. Ausreichend Bewegung und gute Fütterung, ohne Überschuss an verdaulicher Energie sowie ohne Über- oder Unterversorgung mit Phosphor, Kalzium und Zink, können das Risiko verringern.
Behandlung
Der Gelenkchip wird unter Vollnarkose operativ entfernt. Dies geschieht mithilfe einer minimalinvasiven Arthroskopie, einer Gelenkspiegelung. Bei dieser werden über kleine Schnitte eine Kamera und Werkzeuge in das Gelenk eingeführt, um den Splitter zu greifen.
Grafik: ChatGPT
Nach der OP sollte sich das Pferd in der Box erholen. Die Dauer der Ruhe und das anschließende Aufbauprogramm richten sich nach dem Befund im Gelenk. Meist werden eine vierzehntägige Boxenruhe sowie anschließendes Führen im Schritt von weiteren zwei bis drei Wochen verordnet. Im Anschluss kann das Pferd vorsichtig wieder antrainiert werden.
Symptome
Gelenksschwellungen können ein Anzeichen für OCD sein. Lahmheiten können, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten. Da der Gelenkchip bei steigender Belastung zu Veränderungen und Schäden im Gelenkknorpel führen kann, können sich Lahmheiten entwickeln. Abhängig von geplantem sportlichem Einsatz, Lokalisation des Fragmentes und auftretenden Symptomen muss daher abgewogen werden, ob eine Entfernung des Chips angeraten ist.
Kinderkrankheit
Gelenkchips sind eine Jugend- beziehungsweise Wachstumserkrankung, die bei einem neugeborenen Fohlen und teilweise auch schon vor der Geburt beginnt. In den ersten Lebensmonaten ist das Knorpelwachstum bei jungen Pferden am stärksten und nimmt bis zu einem Alter von einem Jahr kontinuierlich ab. Wenn das Fohlen zur Welt kommt, ist ein Teil seines Skeletts noch beweglich, um das Wachsen zu ermöglichen. Erst wenn die Wachstumsfugen verknöchert sind, endet das Wachstum.
Jana Ellerbrock
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