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Pferd & Mensch, das Magazin für Pferdesport Deutschland
Ausgabe 10/2026
Editorial
Liebe Leser, liebe Clubmitglieder,
es gibt Auszeichnungen, die weit über Medaillen, Platzierungen und Titel hinausgehen. Die Ernennung von Sandra Auffarth zur Reitmeisterin gehört zweifellos dazu. Dieser Ehrentitel wird nur Persönlichkeiten verliehen, die nicht allein durch sportliche Erfolge, sondern vor allem durch ihre Arbeit als Berufsausbilder überzeugen. Wie wertvoll diese Auszeichnung ist, zeigt die Tatsache, dass es insgesamt erst 41 Reitmeisterinnen und Reitmeister gibt bzw. gab – und das, obwohl der Titel an sich bereits seit Mitte der 1960er-Jahre existiert.
Mir persönlich war es eine Ehre, die Laudatio für Sandra Auffarth halten zu dürfen. Sie gehört wirklich zu den herausragenden Persönlichkeiten im Pferdesport dieser Zeit. Natürlich sind da auf der einen Seite ihre großartigen Erfolge im Vielseitigkeits- und im Springsport. Doch was sie wirklich auszeichnet, ist etwas ganz anderes: Es ist ihre Haltung den Pferden und dem Sport gegenüber und ihre exzellente Arbeit als Pferdewirtschaftsmeisterin. Harmonie mit dem Pferd – das ist, was sie jeden Tag lebt. Besonders ist, dass sie ihre Gedanken und das Gefühl, das sie selbst als Ausbilderin und beim Reiten beweist, außergewöhnlich gut in Worte fassen kann, um es an Schüler oder an Zuhörer weiterzugeben. Damit ist sie zum Vorbild für so viele Pferdemenschen geworden. Die Ernennung zur Reitmeisterin ist nur die logische Konsequenz. Dazu gratuliere ich ihr von Herzen. Wenn Sie Sandra Auffarth und ihre Ausbildungsphilosophie näher kennenlernen möchten, dann empfehle ich Ihnen unsere Titelstory ab Seite 8. Darin gibt sie Einblicke in ihr Leben und ihre tägliche Arbeit mit Pferden.
Doch Ausbildung beginnt nicht erst im Sattel. Sie beginnt mit der Bereitschaft, das Pferd als Lebewesen wahrzunehmen und seine Bedürfnisse zu erkennen. Deshalb widmen wir uns in dieser Ausgabe auch einem Thema, das uns alle angeht: Schmerzen beim Pferd. Die Wissenschaft hat in den vergangenen Jahren neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Pferde Schmerzen verarbeiten und äußern können. Deutlich wird: Pferde kommunizieren ihr Unwohlsein oft subtil. Es liegt an uns Menschen, diese feinen Signale zu erkennen. Wer ein Pferd hält, ausbildet oder reitet, übernimmt eine große Verantwortung. Pferde sind darauf angewiesen, dass wir genau hinsehen, aufmerksam zuhören, unser Handeln immer wieder kritisch hinterfragen und selbst bereit sind zu lernen. Pferdewohl ist kein Schlagwort und kein Trend. Es ist die Grundlage jeder fairen Beziehung zwischen Pferd und Mensch. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Herzliche Grüße
Thies Kaspareit
Leiter Ausbildung von Pferdesport Deutschland
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